Machu Picchu – Die Stadt über den Wolken

Wie versprochen hier eine Anleitung, wie man DIE Sehenswürdigkeit Perus sehen kann, ohne viel Geld auszugeben. Doch wozu das Ganze? Nunja, weil sich Machu Picchu in den letzten Jahren zu einer Gelddruckmaschine entwickelt hat, die ihres gleichen sucht. Um Machu Picchu zu sehen, muss man die kleine Stadt Aguascalientes passieren, die am Fuße des Berges liegt. Aguascalientes ihrerseits ist aber nur über eine Bahnlinie erreichbar, denn eine Straße wurde nie gebaut. Das bedeutet also: Zugfahren.Man kann den Zug, der von Cusco her kommt, nehmen, doch davon ist abzuraten, wenn man sein Geld nicht verbrennen möchte, denn die Hin- und Rückfahrt kostet 150€ aufwärts. Zu viel, wie ich finde, vor allem dann, wenn es eine andere Möglichkeit gibt. Und die gibt es, man muss nur etwas Zeit mitringen.

Rund um den Plaza de Armas in Cusco verkaufen Agenturen Bustickets nach Hidroeléctrica für etwas weniger als 10€. Zur Erklärung: Hidroeléctrica liegt so gesehen  westlich von Machu Picchu und bildet zeitgleich auch den nähesten Ort zu Aguascalientes, der mit dem Auto erreichbar ist. Von dort kann man dann entweder den Zug nehmen (30€ pro Strecke), oder man kann auch entlang der Schienen nach Aguascalientes gehen. Dafür müssen etwa 8km Strecke zurückgelegt werden, doch Zugverkehr gibt es kaum und man wird den Marsch keinesfalls alleine zurücklegen, denn schon lange ist diese Art der Anreise nach Aguascalientes weit bekannt und beliebt. Einzig bei den Brücken und Tunnels muss man etwas aufpassen, da hier oft die Ausweichmöglichkeiten gering sind, doch der Zug fährt langsam und macht sich schon von weiten her bemerkbar, sodass es hier zu keinerlei Problemen kommen sollte, da diese Abschnitte auch recht kurz sind und schnell überwunden werden können.

Dank des Streiks in Cusco müssen wir schon am Abend anstatt in der Früh abreisen. Die Fahrt von Cusco nach Aguascalientes dauert etwa 6 Stunden, doch schlafen ist in den Minibussen eine Herausforderung. Kurz vor Sonnenaufgang erreichen wir dann also Hidroeléctrica und im Schein der mitgebrachten Taschenlampen und mit mit warmen Sachen ausgestattet geht es dann Richtung Aguascalientes. Der Weg ist flach und einfach nur muss man aufpassen, nicht zu stolpern.

Entlang der Schienen nach Aguascalientes

Als dann endlich die Sonne aufgeht wird auch die Umgebung erkennbar. Die Schienen haben einen schmalen Gang durch das üppige Grün geschnitten, das von hohen Bergen umgeben ist. Schon allein die Aussicht ist die Anstrengung wert. Etwa 2km vor Aguascalientes kann man dann auch schon ein paar kleinere Ruinen von Machu Picchu auf dem Berghang erkennen.

Mit einer Frühstückspause hat die Wanderung etwa 2:30 Stunden gedauert und zu unserer Überraschung war es relativ warm, sodass wir unsere Hauben, Schals und Handschuhe schon nach dem ersten Kilometer ausgezogen hatten. Eine Jacke ist dennoch wichtig!

Über Airbnb haben wir bereits zuvor ein Doppelzimmer gebucht, doch dies war seinen Preis nicht wirklich wert, vor allem wenn man es mit anderen Unterkünften in Peru vergleicht, doch der Platz in Aguascalientes ist beschränkt und man muss nehmen, was man bekommt. Endlich in unserem Hotel angekommen gab es nur noch eins zu tun: schlafen, denn die Nacht im Minibus war kurz und der Marsch nach Aguascalientes trug seiniges dazu bei, dass wir müde waren.

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, denn entweder nimmt man den Bus hinauf nach MAchu Picchu (Hin- und zurück: 25€), oder man geht. Der erste Bus fährt gegen 5:30-6:00 los doch um unter den ersten zu sein, muss man sich bereits gegen 4:00 anstellen, vorausgesetzt man hat sein Busticket schon, denn sonst steht man doppelt. Das Tor am Fuß des Berges öffnet um 5:00, wenn man zu Fuß gehen möchte, doch dank unseres Hotelbesitzers konnten wir erst gegen 5:40 dort sein, denn dieser bestritt die Tatsache, dass wir unser Zimmer bereits im Vorfeld per Kreditkarte bezahlt hatten. Einen Computer, um unsere Aussage zu überprüfen gab es nicht. Am Ende gingen wir einfach, denn immerhin war ja bereits alles bezahlt.

Die Tatsache, dass wir erst später losgingen, stellte sich am Ende als Vorteil heraus. Anstatt in einer großen Gruppe über die steilen und engen Wege Richtung Machu Picchu zu klettern, hatten wir alle Zeit und Platz der Welt. Der Aufstiegt umfasst etwa 2km und ist sehr anstrengend. Zumindest war er es für mich. Während meine Freundin keine Probleme hatte, musste ich einige kurze Pausen einlegen, denn ansonst hätte ich es nicht geschafft. Trotz der Unterbrechungen brauchten wir nur etwa 1:20 für die gesamte Strecke ab der Brücke (Von Aguascalientes zu der Brücke sind es nochmal 20min also dauerte unsere gesamte Wanderung knapp 1:40 ab der Tür unseres Hotels=. Und da wir nicht mit der ganzen Gruppe der Zu-Fuß-Geher ankamen, mussten wir am Eingang auch nicht warten. Daher mein Tipp: Nicht unbedingt um 5:00 losstarten, 5:30 reicht vollkommen.

Aufstiegt über die schmalen Treppen nach Machu Picchu

Zu den Eintrittstickets: Diese kann man entweder vorab in Cusco (so wie wir) oder in Aguascalientes kaufen. Auch online ist dies mittlerweile möglich, doch kann man hier keine Studentenermäßigung erwerben. Die Tickets kosten 144 Soles (40€) ohne und 77 Soles (20€) mit Ermäßigung, die man aber nur mit einem internationalen Studentenausweis erhält.

Als wir dann endlich den Hügel erreichten, von dem aus man den berühmten Ausblick auf Machu Picchu hat, waren alle Anstrengungen vergessen. Da lag sie also, die berühmte Inkastadt hoch über den Wolken, die so gut versteckt war, dass sie nicht einmal von den Spaniern gefunden werden konnte. Erst vor knapp 100 Jahren war sie durch Zufall gefunden worden, und sie hat nichts von ihrem Zauber eingebüßt. Wenn man etwas weitergeht gelangt man zu einem weitern Hügel von wo aus man entweder zu der Zugbrücke gehen kann, oder weiterhin einen Ausblick auf Machu Picchu genießen kann. Hierher verirrt sich kaum jemand, und man kann ungestört die Szenerie genießen.

Es war kurz nach 07:00 als die ersten Sonnenstrahlen die umliegenden Berge überwinden konnten und auf Machu Picchu selbst vielen. Für einen Augenblick schien die Welt stillzustehen. Für einen Augenblick war die Welt um mich herum vergessen und dieser Augenblick schien ewig zu sein. Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, die mich so sehr beeindruckt haben, wie Machu Picchu in diesem Moment. Es ist schwer Worte dafür zu finden. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass einige Machu Picchu absichtlich auslassen, weil sie meinen, dass es die Anstrengung nicht wert ist, oder sowieso überlaufen ist. Blödsinn. Ich denke wer das sagt, versucht nur seine Enttäuschung zu überspielen, diesen wunderbaren Ort nicht gesehen zu haben.

 

 

Sonnenaufgang über Machu Picchu – einfach atemberaubend

 

 

Terrassenanlagen

 

Auch einige Lamas tummeln sich in den Ruinen

Wir verbrachten über 3:30 Stunden in Machu Picchu, doch am Ende obsiegte die Müdigkeit und auch das Wissen, dass wir am selben Tag noch die 8km zurückgehen mussten und auch noch eine 6h Busfahrt vor uns lag. Außerdem war die morgendliche Kühle verflogen und es begann sehr warm zu werden. Nach dem Abstieg zurück nach Aguascalientes hatten wir uns unsere Pizza schwer verdient.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass Machu Picchu zu den drei sehenswertesten Orten auf dieser Welt gehört, die ich bisher sehen durfte. Alles in allem (Transport + Eintritt + Unterkunft) hat uns unser Abenteuer etwa 66€ p.P. gekostet, was ich als durchaus vertretbar ansehe, vor allem wenn man vergleicht, was es kosten würde, wenn man mit dem Zug fährt und sonst auch nicht bei den Ausgaben spart (250€+).

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s