Cusco – Kulturelles Herzstück Perus

Früher oder später verschlägt es wohl jeden Peru-Reisenden nach Cusco. Alles andere wäre auch fahrlässig, ist die Stadt immerhin der am längsten durchgehend besiedelte Ort Südamerikas, und dieses Versprechen lockt eben auch viele Interessierte an, außerdem ist es der Ausgangspunkt für jeden, der Machu Picchu besuchen möchte, doch dazu ein anderes Mal mehr.

Dank einer unterkühlten Nacht in Nazca muss ich die Fahrt nach Cusco mit einer starken Verkühlung antreten. Es ist wohl das erste Mal überhaupt auf meinen Reisen, dass ich verkühlt bin. Totales Neuland also, denn bisher kannte ich vor allem nur eine Krankheit: Durchfall, doch von dem bin ich bisher zum Glück verschont geblieben *auf Holz klopf*.

655 km sind es laut Google Maps nach Cusco. Die Fahrt soll jedoch weit mehr als 14 Stunden dauern, denn es geht Kurve um Kurve immer höher durch die Berglandschaft der Anden. Großer Vorteil: Der Bus ist mehr als sein Geld wert. Der Sitz lässt sich beinahe vollständig umlegen und es werten sogar zwei Mahlzeiten serviert – Wenn ich das mit Asien vergleiche …

Nach einer Nacht voller Schlaf dann endlich: Cusco in Sicht. Doch es sollte noch einige Zeit dauern bis wir die engen Straßen hinunter ins Tal hinter uns lassen sollten. Auch wenn sich um die Stadt herum hohe Berge auftürmen darf man nicht vergessen, dass man sich hier auf 3.400m befindet. Vieles hatte ich im Vorfeld über Höhenkrankheit und ihre Auswirkungen gehört, vor allem von jenen, die sich nicht ausreichend akklimatisiert hatten, sprich Leute wie uns. Dennoch bleiben die Folgen aus – vorerst.

Über Airbnb (meinem neuen Freund und Helfer auf Reisen) haben wir ein nettes Doppelzimmer gefunden, das uns etwa 8€ pro Person und Nacht kostet. Zwar liegt es nicht im absoluten Zentrum, was sich aber später noch als Vorteil herausstellen sollte.

In Cusco gibt es eine Hauptstraße, die direkt zum Plaza de Armas (also dem zentralen Platz der Stadt) führt. Offiziell heißt diese Straße „Avenida del Sol“, doch aufgrund ihrer zentralen Lage und der überwältigenden Anzahl an Reiseagenturen, Restaurants und Cafés wird sie auch „Gringo Avenue“ genannt, und ich kann bestätigen, dass der Name treffend ist. Wie bereits Eingangs erwähnt ist Cusco so etwas wie das Epizentrum des Tourismus in Peru. Jeder kommt hier vorbei und jeder Versucht daraus seinen Vorteil zu schlagen. Man wird laufend angesprochen, ob man nicht diese oder jene Tour buchen möchte, ob man nicht eine Massage brauche oder ob man nicht hier essen wolle. Einzige Überraschung: Kein einziges Mal wurden uns Drogen zum Kauf angeboten und das in einem Land das als Hauptproduzent von Kokain gilt – ein Pluspunkt.

Plaza de Armas in Cusco

Doch es gibt auch ruhigere Ecken in der Stadt. Etwa dem „Mercado Central de San Pedro“. Wobei „ruhig“ hier relativ ist. Dennoch: Obwohl es hier ebenfalls viele Verkaufsstände mit Alpaca-Produkten und anderen Souvenirs gibt, ist niemand aufdringlich und man hat genug Zeit sich umzusehen. Im Zentrum des Marktes ändert sich das Bild dann: Säcke voller Obst und Gemüse reihen sich an Stände mit gerupften Hühnern und abgetrennten Schweineköpfen. Im Anschluss daran die Essensabteilung. Hier gab es auch den besten frisch gepressten Saft, den ich je getrunken habe. knapp ein halber Liter für etwas mehr als 1€ – Peru ist eben günstig.

Doch es gibt noch mehr als nur Cusco selbst. Mit dem Bus geht es am nächsten Tag Richtung Pisac, einer kleinen Stadt etwa 30 Minuten außerhalb, die vor allem für seinen Markt und seine Ruinen bekannt ist. Sonntag und Mittwoch sind die großen Markttage, weshalb wir uns entscheiden, erst am Montag die Stadt zu besuchen, und wir sind zufrieden mit unserer Entscheidung. Kaum ein anderer Tourist läuft uns über den Weg und wir können ungestört zwischen den kleinen Ständen voll mit Handarbeiten herumgehen. Wie es am Tag zuvor gewesen sein muss, kann ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Chichicastenango (Guatemala) ausmalen. Nach einigen Einkäufen und einem Mittagessen geht es dann mit dem Taxi rauf zu den Ruinen der Stadt, die unser Reiseführer als „kleines Machu Picchu“ bezeichnet, und tatsächlich, der Ausblick ist hervorragend. Der Eintritt erfolgt über das „Boleto Turístico de Cusco“das eigentlich 140 Soles kostet (39€) und 14 Sehenswürdigkeiten in der Umgebung abdeckt, welches wir aber zum Glück mit unserem internationalen Studentenausweis um 50% billiger erhalten haben.

Von den Ruinen aus sieht man weit über die umliegenden Gipfeln der Anden hinweg, doch zum ersten Mal macht sich auch die Höhe bemerkbar. Auch wenn man sich hier kaum höher als in Cusco befindet, ist das Herumklettern über die schmalen Stufen eine Herausforderung. Die dünne Luft lässt uns schnell außer Atmen kommen. Dabei sollte es aber zum Glück bleiben. Keine Kopfschmerzen oder Übelkeit – immerhin. Zurück nach Pisac kommt man dann entweder per Taxi, oder über einen Pfad der zurück ins Tal führt. Nachdem wir uns schon für das Taxi zum Aufstiegt entschlossen haben, wollten wir zumindest zu Fuß zurückgehen und es hat sich ausgezahlt und das nicht nur finanziell.

Ausblick von den Ruinen in Pisac

Doch Pisac ist nicht der einzige Ort rund um Cusco, der uns empfohlen wurde. Es gibt noch einige kleinere Ruinen die man per Minibus errechen kann. Doch nun zu meiner persönlichen Meinung: Die meisten Ruinen sind es nicht wirklich wert. Oft sind es nur kleine Steinhaufen irgendwo in der Landschaft. Ich habe das Gefühl, dass sie nur in das „Boleto Turístico“ inkludiert wurden, um den relativ hohen Preis zu rechtfertigen. Am Ende lassen wir sogar zwei kleinere Ruinen aus, denn uns ist die Lust vergangen. Die einzige positive Ausnahme hiervon waren die Ruinen von Saqsaywaman mit ihren herausragenden Steinmauern, deren Bestandteile mit großer Präzision gefertigt wurden, und das vor Jahrhunderten. Vom „Boleto Turístico“ bin ich daher etwas enttäuscht, da es nicht seinen Preis wert ist. Das Problem dennoch: Um die doch sehr interessanten Ruinen von Pisac uns Saqsaywaman zu sehen, muss man es kaufen, denn Einzeltickets gibt es nicht – schade.

Am Letzten Tag in Cusco wollten wir eigentlich noch nach Moray um die spiralenförmigen Grabungen der Inkas sowie die Salzterrassen zu sehen, doch meine Verkühlung zwingt mich dann doch, in unserer Unterkunft zu bleiben. Im Nachhinein denke ich, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, auch wenn ich diese Orte gerne gesehen hätte. Doch das erklärte Ziel Perus war eben Machu Picchu. Ein Ziel, das ich nicht aufgrund mangelnder Gesundheit riskieren wollte. Daher sorry Moray, doch du musst warten, bis ich irgendwann wieder nach Peru komme.

Aufgrund meiner Verkühlung planen wir also den Tag in Cusco zu verbringen, doch uns wird ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Generalstreik legt die gesamte Stadt lahm. Durch die Gassen ziehen Gruppen von Arbeitern, die gegen die aktuelle Politik der Regierung protestieren. Die meisten Geschäfte haben geschlossen, oder sind soweit verbarrikadiert, dass man sie bei Bedarf binnen Augenblicke schließen kann. Unser Entschluss ist daher naheliegend: Wir bleiben in unserer Unterkunft, die zum Glück außerhalb des Zentrums liegt. Im Fernsehen verfolgen wir die Proteste, die aber bis auf ein paar brennende Mistkübel und blockierte Straßen friedlich ablaufen.

Im nächsten Artikel dann mehr über Machu Picchu, unseren langen Weg dahin und wie man die horrenden Kosten dafür zumindest größtenteils spart.

ANMERKUNG: Das Internet ist gerade etwas langsam, weshalb ich diesen Artikel vorerst leider ohne Fotos hochladen muss – Verbesserung folgt!

EDIT #1: Jetzt auch mit zwei Fotos aus Cusco 😉

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