Mestia – Ein Stück weit Heimat

Ehrlich gesagt stand Mestia anfangs gar nicht auf meiner Liste der Ort, die ich in Georgien besuchen wollte. Zu lange erschien mir die Anfahrt, nur um ein paar Berge zu sehen.

„Nur um ein paar Berge zu sehen?!“ Habe ich das damals wirklich gedacht? Wie sehr man sich doch irren kann. Heute denke ich, dass Mestia der beste Ort ist, den ich in Georgien gesehen habe. Oder zumindest die Gegend darum herum. Aber der Reihe nach.

Schon als ich in Abchasien war, hatte ich bald nur mehr einen Gedanken: Raus aus dieser Hitze! Dazu muss ich sagen, dass es im Flachland teilweise unerträglich heißt ist. Temperaturen von 40 Grad und mehr sind tagsüber keine Seltenheit. Nach einigen Recherchen stand es dann fest: Ich fahre doch nach Mestia im Nordkaukasus. Dabei ist Mestia

nur die Hauptstadt von Svaneti, dem nordwestlichen Teil Georgiens, welcher mit jahrhunderter alter Kultur ausgestattet ist. Mit dem Bus sind es 3 lange Stunden bergauf und bergab, mit unzähligen Kurven und noch viel mehr Schlaglöchern. Aber dann ist man da und glaubt mir: Es ist tatsächlich endlich einmal kühl in Georgien.

So kühl, dass es die ganze Nacht durchregnet, und am nächsten Morgen die Spitzen der Berge um Mestia herum mit Schnee bedeckt sind. Die Stadt selbst beeindruckt mich auf eine ganz besondere Weise. Wüsste man es nicht, könnte man sie genauso wie sie ist nehmen, und in die Nähe von Kitzbühel versetzen. Man würde meinen sie sei schon immer in Österreich gewesen. Nur wenn die Leute zu reden beginnen, merkt man, dass man eben doch nicht daheim ist.

Mestia ist touristisch, was mich aber nicht weiter stört, denn das beudetet, dass es ein Touristenbüro gibt. Dieses verteilt gratis Karten für diverse Wanderwege in der Umgebung. Ich hole mir erst einmal eine für den Chalaadi-Gletscher Trek, denn dieser gilt als besonders einfach.

Am nächsten Tag geht es los. Etwa 10km hin und die selbe Stracke zurück liegen vor mir. Höhenunterschied vom Start zum Ziel: 300m. Klingt machbar. Die ersten drei Kilometer legt man noch auf (für georgische Verhältnisse) befestigter Straße zurück, dann betritt man ein kleines Naturschutzgebiet. Etwa 2km vor dem Gletscher geht es dann über eine kleine Brücke, die den Gletscherbach überspannt. Bis hierher war ich die ganze Zeit alleine und habe mich schon gewundert, wo all die anderen sind, doch nun wird mir klar: Den Georgiern dürfte das Wandern nicht so sehr Spaß machen, daher fahren sie so weit es eben geht mit dem Auto. Auf den letzten 2km bleibt ihnen dann aber nichts anderes mehr übrig, als zu Fuß zu gehen.

Am Weg zum Gletscher

Am Weg zum Gletscher

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Der Weg wird steiler, und der Bach, der im Tal noch langsam floss, wird reißerischer. Die letzten 500m führen dann über ein Geröllfeld, welches der Gletscher angestaut hat. Endlich am Ziel binbich egwas enttäuscht, denn der Gletscher ist kleiner als erwartet. Dafür erhebt sich der Ushba mit seiner Doppelspitze im Hintergrund. Auf dessen anderer Seite liegt Russland.

Endlich geschafft

Endlich geschafft

Eigentlich wollte ich nur drei Nächte bleiben, doch die Wanderung hat viel Spaß gemacht und das Guesthouse ist ebenfalls gut, weshalb ich beschließe, noch etwas zu bleiben.

Am nächsten Tag soll es dann eine Wanderung auf den südlichdn Bergkamm werden, doch das Wetter sieht schlecht aus. Dennoch entscheide ich mich, zumindest bis zur Talstation der Seilbahn zu gehen, die etwa 8km vom Ortskern entfernt liegt. Der Weg deckt sich mit einer asphaltierten Straße, und ist weniger beeindruckend als der Weg zum Gletscher Tags zuvor. Als mich dann ein Auto überholt, traue ich meinen Augen kaum: Das Kennzeichen ist aus Lienz in Tirol!

Endlich an der Talstation angekommen wird mir dann auch klar, was meinen Landsmann hierher verschlagen hat: Die Seilbahn stammt aus Österreich. Etwa 15 Minuten dauert die Fahrt zur Bergstation von wo man einen großartigen Ausblick auf die umliegenden Berge hat. Und wieder der selbe Gedanke: Hier sieht es genau so aus wie in Tirol. Um ehrlich zu sein fühlt es sich merkwürdig an sich hier etwas wie daheim zu fühlen, obwohl doch einige Kilometer dazwischen liegen. Am Bergkamm geht es dann doch einige Kilometer im Kreis und ich genieße die Aussicht bevor es dann wieder zurück ins Tal geht.

Mit Technik aus Österreich ;)

Mit Technik aus Österreich 😉

Nach Mestia zu kommen war schon richtig, denn im nachhinein denke ich, dass Georgien eben nicht Georgien wäre, ohne seine Berge.

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2 Gedanken zu “Mestia – Ein Stück weit Heimat

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