Mexiko – Ein Fazit

Lang, lang ist es her. Eigentlich hatte ich für mich selbst schon beschlossen, kein Fazit über Mexiko zu schreiben, doch nun sitze ich hier, und schreibe es doch.

Im Vorfeld meiner Reise habe ich darüber nachgedacht, was ich denn von dieser Reise erwarten solle. Sollte ich überhaupt irgendetwas erwarten? Es war einfach so, dass ich mir nach meiner Indienreise gedacht habe, dass nichts diese Erfahrung toppen könnte. Indien war ein Abenteuer. Und so sehr ich damals viele Momente verflucht habe, so sehr habe ich mich vor Abflug nach Mexiko-Stadt nach einem vergleichbaren Abenteuer gesehnt, wobei ich wusste, dass ich dieses in Mexiko vermutlich nicht finden würde. Doch irgendwann habe ich einfach gewaltsam beschlossen, so wenig wie möglich zu erwarten, denn keine Reise ist mit einer anderen vergleichbar.

Man hört viel über Mexiko, und wenig davon ist schmeichelhaft: Drogenkriege, Entführungen, Morde, Hinrichtungen, Gewalt, Raubüberfälle, Diebstähle. Viele schreckt das ab, aber dennoch liegt Mexiko auf Platz 7 der am meisten bereisten Länder der Welt. Kann also nicht ganz so schlimm sein, oder? Nunja, all die oben genannten Begriffe existieren in Mexiko, und das auch nicht zu wenig. Sicherheit ist ein Thema in Mexiko, mit dem man sich befassen sollte, bevor man reist. Während meines Aufenthalts habe ich viel gehört, was anderen Reisenden passiert ist. Vor allem Diebstähle kommen sehr häufig vor. Jedoch muss man auch sagen, dass in vielen Situationen die Leute unvorsichtig gehandelt haben. Wertgegenstände in der U-Bahn von Mexiko-Stadt zur Schau stellen? Nicht so gut. Im Bus einschlafen mir der Tasche auf der Schoß? Besser vermeiden. Nachts alleine und betrunken herumirren? Ein No-go.

Warum eigentlich Mexiko? Die Antwort ist einfach: Ja, ich liebe Asien. Asien ist wahnsinn. Aber nach 3 Reisen dachte ich mir, dass es Zeit wird, einen neuen Kontinent zu besuchen. Und nachdem ich ja ein bisschen Spanisch konnte dachte ich mir, warum nicht Lateinamerika? Um ehrlich zu sein hätte des Anfangs eigentlich Peru & Bolivien werden sollen, aber nachdem ich gesehen habe, dass die Flugpreise generell über 1.000€ liegen habe ich mich von dieser Idee vorerst verabschiedet, und Mexiko gewählt.

Ich muss sagen, dass es vermutlich die beste Wahl war, um in Lateinamerika „einzusteigen“. Mexiko ist günstiger als einige andere Länder Südamerikas, es hat eine gute touristische Infrastruktur, das Spanisch das hier gesprochen wird ist klar, und es gibt viel, sehr viel zu sehen. Ach ja und das wichtigste: Das Essen! OMG das Essen! ich könnte vermutlich einenn ganzen Artikel schreiben, der voller Lobeshymnen über das mexikanische Essen ist (kommt noch, versprochen!). Tacos, Quesedillas, Empanadas, Tortas, Gringas, Enchiladas … Was soll ich noch sagen?

Aus einigen (US-)Filmen hat man vermutlich die Vorstellung, dass viele Mexikaner Ausländer prinzipiell nur verächtlich als „Gringos“ sehen. Diese Einschätzung kann ich nicht bestätigen. Ich wurde zumindest kein einziges Mal in 2 Monaten so genannt, obwohl ich wohl nicht der Inbegriff von „gebräunt“ bin. „Chico“ fiel sehr ob, doch das bestätigt eigentlich nur die Herzlichkeit der Leute, die ich erlebt habe. Prinzipiell muss ich sagen, dass die Menschen deutlich weniger neugierig bezüglich Ausländern sind, als in Asien. Man hat hier weitgehenst Anonymität, welche man vermutlich in Indien oder Bangladesch vermissen mag. Selten wird man von Mexikanern angesprochen, und noch seltener wollen sie einem irgendetwas verkaufen, oder betteln um Geld. Nein, hier kann man in Ruhe herumgehen, sich Dinge ansehen und auch einmal länger als 2 Sekunden vor einem Marktstand stehen bleiben, bevor man mit „Hello my friend, I make you goood price. What you want?“ förmlich zum Gehen gezwungen wird.

Eine kleine Schattenseite gibt es jedoch schon: Keine Züge! Ein Land dieser Größe, das Heimat von 120 Millionen Menschen ist, kennt keine öffentlichen Zugverbindungen! (Ja es gibt einige wenige, aber die sind nicht wirklich als Transportmittel geeignet). Ich habe ja kein Problem mit Bussen, vor allem nicht wenn sie so gut ausgestattet sind wie die meisten in Mexiko, aber nichts geht über Züge. Irgendwann, so sagt man mir, gab es einmal Züge. Warum das heute nicht mehr so ist, weiß ich leider auch nicht. Schade.

Aber neben Essen hat Mexiko vor allem 2 Dinge zu bieten: Kultur und Strände. Das koloniale Mexiko liegt vor allem in den Orten um Mexiko-Stadt. Hier ist Mexiko so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Viele niedrige und bunt bemalte Gebäude, Kopfsteinpflaster und Kirchen im Kolonialstil. Die Ruinen der Maya und Azteken befinden sich in Oaxaca, Chiapas und vor allem auf der Yucatán-Halbinsel. Jeder der antike Ruinen mag, dem sei gesagt: Kommt hier her!

Viele Touristen verlassen die Yucatán-Halbinsel jedoch erst gar nicht. Cancún, Mérida, Playa del Carmen, Isla Mujeres und Chichén Itzá liegen hier.

Mexiko ist so vielseitig, wie kaum ein anderes Land auf der Welt. Es bietet wohl für jeden etwas, auch wenn einige Ort mit Vorsicht zu genießen sind, denn wie bereits gesagt, ist Sicherheit doch ein Thema in Mexiko.

Ob ich zurückkehren werde? Ja. Keine Frage.

Es war gut, ohne Erwartungen nach Mexiko zu reisen, denn hätte ich es mit Indien messen müssen, wäre ich vermutlich enttäuscht gewesen. die beiden Länder könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch warum Vergleichen? Kein Land dieser Welt ist so wie ein anderes, und das macht es so spannend, sie alle zu bereisen.

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