San Miguel de Allende – Koloniale Schatzkiste

Endlich raus aus Mexiko-Stadt! Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte, aber nach und nach beginne ich, Megastädte lieber hinter mir zu lassen. Bangkok, Kalkutta, Delhi, Teheran… Oft sind es dann doch eher die kleineren Orte, die mehr vom lokalen Leben vermitteln, als diese Ballungszentren. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum ich erstmal raus aus Mexiko-Stadt, und hinein nach San Miguel gefahren bin. Jeder Vergleich zwischen den beiden Städten wäre ungerecht. Ich sage nur: Auf der einen Seite steht die zweitgrößte Stadt der Welt und auf der anderen ein kleiner Ort 4h Busfahrt entfernt. Einwohnerzahl: 70.000.

San Miguel de Allende wurde 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben. Erst 2008 will man fast meinen. Wer schon einmal hier war weiß, was ich meine. San Miguel ist ein kleiner Ort im mexikanischen Hochland, und soweit noch von ausländischen Touristen unentdeckt (zumindest als ich dort war). Es sind eher die Mexikaner selbst, die die Schönheit dieses kleinen Ortes zu schätzen wissen. Wie kann man sich San Miguel also vorstellen? Nunja, es ist ziemlich genau so, wie ich mir eine typische mexikanische Stadt vorgestellt habe (nur ohne den ganzen negstiven Aspekten): Enge Pflastersteinstraßen, Häußer im Kolonialstil mit bunter Fassade. Kleine Läden, die handgemachte Kleidung, Stoffe und Keramik verkaufen. Große, noch von den Spaniern erbaute Kirchen. Kleine Parks. Plätze, an denen sich die Menschen treffen um zu reden, essen oder einfach nur den Klängen mexikanischer Musik zu lauschen.

Generell wirkt San Miguel so, als würden hier die Uhren etwas langsamer laufen. Niemand scheint gestresst, viele haben Zeit, sich in den Park zu setzen, und den Tag zumindest für einige Momente an sich vorbeiziehen zu lassen. Schnell fühlt man sich von dieser Mentalität angesteckt. San Miguel hat nicht die weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie sie andere Städte in Mexiko haben. Nein. San Miguel und seine Leute selbst sind Attraktion genug. Wer also ein bisschen Entschleunigung während seiner Reise sucht, und gerade in der Gegend ist, dem sei gesagt, dass San Miguel der Ort ist, an dem man kurz anhalten kann, Luft holt, um sich dann wieder in das bunte und lebendige Mexiko zu stürtzen.

Ich habe keine besondern Erlebnisse aus San Miguel zu berichten, aber ich denke, das ist auch gut so. Wer nach Abenteuern sucht, ist in dieser Stadt sowieso an der falschen Adresse. Hier setzt man sich lieber auf eine Parkbank, entspannt sich, und taucht zumindest ein klein wenig in die mexikanische Kultur ein.

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