Delhi – Lasset sie nur kommen

Im Vorfeld hatte ich über Delhi ja kaum Gutes gehört: es ist laut, dreckig, es tummeln sich viele Betrüger und zu sehen gibt es auch nur wenig. Nach all den Geschichten hatte ich mir bereits überlegt, einen Tag oder vielleicht auch mehr, früher aus Delhi abzureisen.

Nach meiner Ankunft an der New-Delhi-Railwaystation (dem angeblichen Zentrum des Schlechten in Delhi), konnte ich diese ohne größere Belästigung verlassen, und machte mich direkt auf den Weg in das nahe gelegene Touristenviertel, wo ich auch problemlos ein gutes Hotel zu einem vernünftigen Preis bekam (irgendwie war es mir möglich, den Preis von 1,200 Rs auf 500 Rs zu senken).

Am ersten Tag fuhr ich dann mit der Metro (Top!) nach Old Delhi. Vor dem Red Fort bildete sich bereits eine ewig lange Schlange an Indern, die unbedingt hinein wollten. Es war auch jene Schlange, in der sich die Ausländer anstellen mussten. Bevor ich mir das aber antat, traf ich noch auf Fernando aus Spanien, der meinte, dass wir uns nicht in die selbe Schlange stellen sollten, wenn wir schon 25x mehr Eintritt bezahlen. Gesagt, getan. Wir gingen direkt zur Sicherheitskontrolle, doch dort wollte man uns am Anfang nicht durchlassen, weil wir uns ja vorgedrängt hatten. Danach fragte ein alte Polizist nach Geld, damit wir schneller durchkommen könnten. Auch darauf hatten wir keine Lust, und ließen ihn einfach stehen. Niemand hielt uns auf. Alles war gut.

Das Red Fort selbst war eher eine Enttäuschung, nachdem ich bereits das viel eindrucksvollere Agra Fort gesehen hatte. Fernando und ich beschlossen daraufhin, den Tag gemeinsam zu verbringen.

Bei der Mosche Jama Majid, deren Eintritt eigentlich gratis ist, verlangte man dann von uns 300Rs nur dafür, weil wir eine Kamera dabei hatten (da reicht es schon wenn die einzige Kamera, die man dabei hat, jene im Handy ist). 300 Rs! Nur für eine Kamera!! Nein, das wollten wir nicht. Wir gingen zum zweiten Eingang, wo man uns erneut um 300Rs fragte, doch dieses mal hatten, wir alles gut versteckt (auch wenn er meine Kamera fast entdeckt hätte). Also gingen wir hinein, und wir fühlten uns ziemlich gut, dass diesmal ein Inder von einem Touristen übers Ohr gehauen wurde.

Am Abend reiste Fernando ab, und ich verbrachte den ganzen nächsten Tag in der Gegend der Ruinenstadt Qutb Minar, und obwohl es ein gut besucht  war, fand ich ein schattiges Plätzchen, wo man in Ruhe sitzen konnte.

Am letzten Tag traf ich mich noch mit Deepu, einem Studenten aus Delhi, der hier am Goethe-Institut seine Deutschprüfungen ablegte. Ihn hätte ich einige Tage zuvor am Bahnhof in Khajuraho getroffen. Er zeigte mir das Institut, und wir redeten über dies und jenes auf Deutsch. Ja, die Zeit verging, und ich musste noch zurück ins Hotel meine Sachen holen, denn der Zug nach Amritsar ging schon bald.

Ich muss sagen, dass ich auf vieles gefasst war, was mich in Delhi erwarten könnte, doch im Nachhinein fand ich die Stadt bei weitem nicht so schlimm, wie sie von vielen anderen Reisenden beschrieben wurde. Vielleicht liegt es such daran, dass für die meisten Delhi der Startpunkt für ihre Indienreise ist, und daher einige ihren Kulturschock hier bekommen, und dies dann mit dieser Stadt verbinden (vermutlich ein ähnliches Prinzip wie bei mir und Hyderabad)

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