Dhaka – Terra Incognita

Bangladesch. Was weiss man denn ueberhaupt von diesem Land, wenn man spontan daran denkt? Ganz ehrlich: mehr als Armut, Ueberbevoelkerung und Textilindustrie waere mir bis vor Kurzem auch nicht dazu eingefallen. Aber was um alles in der Welt hat mich dann dazu bewegt, hierher zu kommen?

Nun, es war wahrscheinlich eher Zufall, dass ich vor einigen Monaten auf einen Reiseblog gestossen bin, der von Bagladesch handelte, und schnell war ich von der Idee, diesen weissen Fleck auf der Landkarte der meisten Reisenden, zu bereisen. Und soweit kann ich das schon sagen: es ist eine Bereicherung, dieses Land zu sehen.

Viele Menschen zieht es nach Indien, weil es sort alles gibt: Berge, Meer, Regenwald, Ruinen, Feste, Wuesten, Tourismus. Doch an das kleine Nachbarland im Osten denkt keiner (bisher gesehene westliche Auslaender: 0). Waere ich vermutlich direkt von Wien nach Dhaka geflogen, haette mich der Kulturschock eiskalt erwischt. 2 Wochen Indien zuvor haben das groesstenteils abgefangen, obwohl ich sagen muss, dass Dhaka doch noch ein weiteres Stueck krasser ist, als Kalkutta oder Hyderabad. Bedenkt man allein, dass das Einkommen der Bangladeschi noch einmal die Haelfte geringer ist als jenes der Inder, versteht ihr vielleicht, was ich meine. Auch die Tatsache, dass die Bevoelkerungsdichte in Dhaka jener entspricht, als wuerden alle Oesterreicher im Bezirk Korneuburg leben (tut mir leid, fuer all jene, die diesen Vergleich nicht verstehen, aber er ist der Beste, den ich derzeit habe), spricht Baende.

Aber nun zu mir und dieser Stadt; ich bin fasziniert. Die Hektik, das Gedraenge und die Freundlichkeit, die diese Stadt ausstrahlt, ist unglaublich. Jeder hier ist begeistert, einen Weissen zu sehen, viele sprechen einen mit ihrem gebrochenen Englisch an, und kaum hat man die Kamera in der Hand, moechten sie, dass ich sie fotografiere (einige dieser Bilder hier).

Heute habe ich dann einen Studenten getroffen, der gerade dabei ist, sein Wirtschaftsstudium abzuschliessen, und danach unbedingt in die USA moechte. Doch diese haben sein Visum abgeleht. Wieso? Er weiss es nicht.

„Our country is too poor, they do not want us“

Es ist traurig, aber vermutlich wahr. Doch mit seiner Hilfe kam ich zu einer SIM-Karte fuer mein Handy, was fuer einen Auslaender in Bangladesch eigentlich ein buerokratischer Kleinkrieg ist. Mit seiner Hilfe hingegen war alles in 20 Minuten erledigt. Danach wurde ich noch zu seiner Mutter und dem damit verbundenen Mittagessen eingeladen. Fuer den Notfall hat er mir auch gleich seine Nummer gegeben. Ich weiss noch nicht ganz was ich dazu sagen soll. Wuerde man so etwas in Oesterreich erleben? Ich wage das zu bezweifeln.

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Ein Gedanke zu “Dhaka – Terra Incognita

  1. Hallo Alex!
    Ich, Manon, Mutter von Laura, genieße deine Blogs sehr. Ich bin sehr begeistert wie du dich in kurzer Zeit so auf das Land und die Menschen einlässt und dich treiben lässt.. ich kann das alles ein bißchen verstehen, da ich selbst vom Reisen in ferne Länder noch immer fasziniert bin und früher auch unterwegs war,…Ich wünsche dir weiterhin eine tolle Zeit und genieße es..wünsche dir alles Gute!!
    Liebe Grüße
    Manon

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