Vijayawada

Ja, es ist schwierig, die letzten Tage in einem Blog zusammenzufassen, weil es einfach zu viel gibt, über das ich hier schreiben könnte. Ich kann zwar versuchen es zu erklären, doch um es zu verstehen, muss man wohl selbst einige Wochen/Monate hier gewesen sein.

Nach Vijayawada bin ich nicht gekommen, um das übliche Backpacker-Programm durchzuziehen, sondern vor allem, um meine Schulfreundin Isabel zu besuchen, die seit 10 Monaten hier bei einem Projekt mit Straßenkindern arbeitet.

Ach ja bevor ich ein bisschen über das Projekt schreibe, möchte ich noch meine Geschichtr mit euch teilen, in der es darum geht, wie ich wieder an mein Gepäck gekommen war:
Nachdem ich ja am Sonntag wieder zum Flughafen gefahren war, und mir erklärt wurde wiesi und weshalb sie meinen Rucksack nicht nsch Vijayawada weiterschicken könnten, fuhr ich in der Nacht eben zu Isa nach Vijayawada. Am nächsten Tag kam dann schon die EMail „Yes Sir, you can pick up your luggage at Hyderabad Airport“ und um Mitternacht machten wir uns dann auf den ewig langen Weg nach Hyderabad (obwohl es eigentlich nur 350 Kilometer sind).
Im Nachtbus bekamen wir dann freundlicherweise den Platz direkt hinter dem Fahrer (glaubt jetzt nicht, ich meine den regulären Platz. Nein. Es war eher das Bett des Fahrers direkt hinter ihm). Und während wir mit offener Tür, ohne Sicherheitsgurten, auf einem nicht regulären Platz mit einem rauchenden Busfahrer durch die Nacht rollten, dachte ich mir nur, wie hoch die Strafe für das ganze wohl in Österreich sei, und kam zu dem Schluss, dass der Bus nicht
annähernd so viel wert ist.
Nach Warten am Busbahnhof, Warten in der Stadt, einem richtig gutem Frühstück in der Bäckerei, und einem fast einstündigem Marathon durch die indische Bürokratie am Flughafen, ging es die selbe Strecke, dieses mal aber mit einem weniger lockeren Busfahrer, zurück nach Vijayawada. Alles in allem bin ich froh, mein Gepäck wiederzuhaben, und dass ich die 22 Stunden nicht alleine reisen musste.

So genug von meinem Gepäck, das sowieso schon zu viel Aufmerksamkeit bekommen hat.

Die Stimmung hier in Vijayawada ist viel entspannter als in Hyderabad. Im Vergleich mit anderen indischen Städten könnte man es schon fast als verschlafen beschreiben (obwohl es im Vergleich zu uns daheim immer noch laut und überfüllt ist). Müsste ich nicht weiter, und Isa auf Urlaub, könnte ich es hier sicher noch einige Zeit aushalten.
Als Visitor wird man hier so herzlich aufgenommen, dass man fast meinen könnte, man wäre einer der Volontäre. Das habe ich vor allem bemerkt, als wir die verschiedenen Projekte von Don Bosco besuchten. Ein Projekt, nämlich jenes in dem Isa 8 Monate gearbeitet hat, hat es mir besonders angetan, daher werde ich ein bisschen darüber erzählen.

Das Vimukthi-Projekt, etwa 1,5 Stunden von Vijayawada, liegt abseits aller Ortschaften, und wirkt wie eine eigene kleine Gemeinde aus Straßenkindern, Mitarbeitern und Volontären (die unter der Woche auch dort schlafen). Kaum dort angekommen, wird man von den Kindern umarmt, alle möglichen Sachen gefragt, und am liebsten würden sie dich gar nicht mehr loslassen. Nachdem ich mich bei allen vorgestellt hatte (ich mir aber die meisten Namen der Kinder leider nicht merken könnte) spielten wir am Nachmittag zusammen einige Brettspiele, und dabei muss ich eingestehen, dass ich in Schach keine Chance gegen die Jungs hatte. Dafür ließen sie mich in einem anderen Spiel gewinnen, wobei sie dachten ich würde es nicht bemerken.
Dieses Gemeinschaftsgefühl, dass man hier bekommt, ist einfach unglaublich (auch wenn es bei den Spielen etwas hart hergehen kann, und Schläge untereinander auch vorkommen).

Ich könnte so viel über die Jungs, das Projekt und generell alles hier schreiben, doch ich habe absolut keine Ahnung wie ich das alles in einen Blog schreiben soll, weil ich selbst noch nicht weiß, ob ich all das hier verstehe.

Heute Abend geht es weiter nach Kalkutta, und irgendwie freue ich mich auch schon auf das Chaos, das mich dort sicher erwarten wird.
Fotos aus Vimukthi und Hyderabad folgend dann in den nächsten Tagen.

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