Vienna Calling – Oder: ein Fazit der letzten Wochen

Ein bisschen ungläubig schaue ich auf die Uhr. Doch, es stimmt! Keine 24 Stunden mehr bis zum Abflug. „Bin ich nicht erst angekommen? Stand ich nicht erst am Flughafen und dachte mir, was ich hier eigentlich mache? Hatte ich nicht erst Probleme überhaupte den richtigen Bus in die Stadt zu finden, und war der Meinung, dass die 5 Wochen ziemlich hart werden können?“

Ja, all das fühlt sich an wie gestern. Andererseits ist so viel passiert, ich habe so viel gesehen und erlebt, dass es sich heute lächerlich anfühlt, dass ich mir damals auch nur ansatzweise Gedanken gemacht habe, ob das Ganze überhaupt eine gute Idee gewesen ist.

Schnell habe ich gemerkt, dass ich zwar allein reise, aber niemals einsam sein werde. In etwas schwierigeren Situationen findet man sich in der Regel immer jemanden, der einem helfen kann, und wenn nicht, dann versucht man es eben auf eigene Faust, auch wenn es dann vielleicht nicht funktioniert – egal.

Heute kann ich in Ruhe zurückblicken und sagen, dass ich keine bessere Wahl hätte treffen können, als hierher zu kommen. Was hätte ich daheim getan? Vermutlich nichts, das mich auch nur ansatzweise so viel gelehrt hätte, wie diese Reise. Ob es Momente gab, in denen ich anders gedacht habe? Einmal, ja, aber dann begriff ich, wo ich bin, was ich hier eigentlich mache, und erkannte, dass es so viele Menschen gibt, die ihr Leben lang von einer derartigen Reise träumen, aber nie den Sprung ins kalte Wasser gewagt haben.

Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, aber ich hatte Glück, denn diese bedeuteten nur, dass ich vielleicht das ein oder andere Mal ein bisschen zu viel bezahlt hatte, oder ich ein bisschen länger brauchte, um mein Ziel zu erreichen. Doch der Erfahrungswert dieser Fehler war weit höher als der der paar Bath.

Und die Menschen? Ich habe einmal gehört: „Die Welt ist kein guter Ort“. Was ich bissher gesehen habe, kann ich nur sagen: die Welt vielleicht nicht, hierzu fehlt mir die Erfahrung, Thailand hingegen ist für Reisende ein Ort, an dem man sich höchstens davor fürchten muss, im Taxi mehr bezahlen zu müssen.

Zu den anderen Reisenden: die haben in der Regel die selben Interessen, wie man selbst. Auf Reisen sind Sprachbarrieren und Vorurteile gegen das ein oder andere Land schnell vergessen, denn man hat ja ein gemeinsames Ziel: reisen. Bei den meisten, die ich getroffen habe, wäre ich sehr froh, auch in Zukunft mit ihenen in Kontakt zu bleiben.

Jetzt, wo ich die letzten 5 Wochen an mir vorbeiziehen lasse, spüre ich schon ein bisschen, dass mir der Reisealltag ein bisschen fehlen wird: aufstehen, Frühstück aus dem 7Eleven holen, Sachen packen, einen ratternden Bus in die nächste Stadt nehmen, keine Ahnung zu haben, wo ich hingehen soll, im Vorfeld nicht zu wissen, wo ich schlafen werde, Sachen im Hostel abladen, Schuhe binden und Thailand erleben.

Der Sommer, in dem ich mehr im Ausland war, als daheim, mag zwar zu Ende gehen, aber eines steht fest: habe ich früher das Backpacken immer mystifiziert, mir gedacht, dass es wohl die beste Art sein muss, ein Land zu erleben, weil man viel näher an den Menschen dran ist, kann ich nur sagen: ich habe mich nicht geirrt. Ich denke, dass ich damit die Art des Reisens gefunden habe, die mich am meisten erfüllt.

Das hier wird vermutlich mein letzter Blogeintrag sein. Ich bedanke mich bei denen, die hier regelmäßig mitgelesen haben, und mit denen ich meine Erfahrungen teilen durfte. Aber auch denen, die mich eigentlich nicht kennen, und hier spontan reingeschaut haben, gebührt mein Dank.

Mein Thailand-Abenteuer ist hiermit beendet, doch eine Idee für die nächste Reise beginnt sich schon zu formen. Wann? Wie? Wohin? Alles Fragen, die die Zukunft klären wird.

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