Reif für die Insel – Ko Tao #2

Ich muss zugeben, dass ich schon etwas erschrocken war, als ich feststellte, dass ich jetzt zwar schon 3 Tage auf der Insel bin, ich aber vermutlich mehr von der Unterwasserwelt gesehen habe, als von der Oberfläche. Der Vorteil, den so eine Touristeninsel hat, ist klarerweise, dass man nicht allzuweit gehen muss, um seinen Alltag abwickeln zu können.

Für mich war daher klar, dass ich meinen geplanten Strandtag daher auf das andere Ende der Insel verlagern werde, und den Weg dorthin zu Fuß zurücklegen werde, nur um einmal ein bisschen aus der Tauchschule herauszukommen. Der Weg kann ja auf einer Insel, die in ihrer Nord-Süd Ausdehnung keine 7 km misst, nicht so weit sein – dachte ich mir zumindest und ging mit Flip-Flops los.

Irgendwann, als ich auch die letzten Tauchschulen und Souvenirshops hinter mir gelassen hatte, merkte ich, warum hier keiner zu Fuß geht: aufgerissene Betonstraßen, teilweise noch Schotterpisten mit einer Steigung von >20% suchen sich ihren Weg durch das Innere der Insel.

Umkehren gibt es nicht, daher geht es immer weiter nach vorne, auch wenn meine „Schuhe“ eigentlich nicht für einen Gipfelsturm wie diesen gedacht sind. Dafür war der Ausblick auf (gerade einmal) 140 Metern großartig. An den Hängen der Hügel kann man sehen, dass sich viele Reiche hier eine Sommerresidenz aufgebaut haben, aber auch, dass einigen wohl das Geld dazu mitten während des Baus ausgegangen ist. Verlassene Rohbauten gehören genauso zum Bild, wie Kokusnusspalmen und tiefblaues Meer.

Die kleine Bucht hatte ich für mich allein, schmiss meine Sachen in den Schatten und ging ins Wasser. Aber keine 10 Minuten, und die ersten Urlauber, die den Weg klarerweise mit dem Moped gefahren waren, kamen, und breiteten ihre Handtücher aus (ohne Vorurteile prägen zu wollen – damit war klar welcher Nation sie angehörten) und quietschten herum, wenn sie von einem der bunten Fische am Bein berührt wurden.

Ein bisschen genervt trat ich nach einiger Zeit den Rückzug an.

Zurück in der Tauchschule freute sich Walter (der korneuburger Besitzer) wieder einmal über ein offenes Ohr (täglich erwischte er uns, und teilte seine 15 Jahre Thailanderfahrung mit uns) und ermöglichte es mir, endlich ein bisschen hinter die Fassade der Thais blicken zu können. Genauer möchte ich nicht darauf eingehen, nur soviel: vieles in Thailand ist anders als es den Anschein macht. Das Land des Lächelns hat mit vielen Problemen zu kämpfen.

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