Südwärts

Da stand ich also am Nordbahnhof von Bangkok, fest entschlossen, noch heute nach Chumphon zu fahren. Es war zwar schon finster, aber egal, irgendwie wird es schon gehen. Ich fragte mich durch, doch keiner konnte mir 100%ig sicher sagen, ob heute noch ein Bus Richtung Süden fährt.

Meine Stimmung war etwas getrübt. Einer der Mopedfahrer bot mir an, mich für wenig Geld zum nächsten Bahnhof zu fahren (zuerst wollte er mir noch einen 700 Bath teuren Minivan anbieten, der aber einerseits zu teuer war und andererseits um 2 Uhr in der Früh in Chumphon gewesen wäre – eine Zeit, zu der ich nichts Anderes tun hätte können außer warten) , wo bald ein Zug abfahren sollte. Gut, denke ich mir, und schlage ein.

Während der Fahrt war ich mir sicher, dass ich mir keine Sorgen mehr um irgendwelche Züge machen müsse, denn ich würde das hier sowieso nicht überleben. Meinen Rucksack zwischen Lenker und den Beinen des Fahrers eingeklemmt und ich hinten drauf, ja es geht hier alles etwas lockerer zu als daheim und dass das Moped mehr als die möglichen 45 km/h fuhr, war offensichtlich, und das auch noch durch den Nachtverkehr.

Als ich es wider erwarten doch zum Bahnhof geschafft hatte, sagte mir der Beamte am Schalter, dass der nächste Zug den ich nehmen konnte, erst um 13:00 am nächsten Tag fährt, da alle anderen ausgebucht seien. Ich wollte ein Ticket ohne Sitzplatz, aber sowas geht in Thailand wohl nicht. Also ging es mit dem Taxi zur Kao San Road.

Ach ja eine kleine Anmerkung zum Thema Handeln: Thais sind sehr schnell beleidigt, wenn man den von ihnen vorgeschlagenen (und offensichtlich viel zu hohen) Preis drücken will. Taxi-Meter haben sie zwar alle auf ihrem Dach stehen, benutzen will es aber keiner. Als ich versuchte, einen fairen Preis auszuhandelm drehte sich der Taxifahrer mit verschränkten Händen zur Seite und ignorierte mich. Ein bisschen wehmütig dachte ich an die Händler in der Türkei, die Handeln noch als Sport sehen und war froh, dass einer der jüngeren Fahrer dann für einen (etwas) besseren Preis bereit war, mich zu fahren.

Das Guesthouse war, wie soll ich sagen: schlecht. Die gesamte Kao San war im Ausnahmezustand und ich, der eigentlich gar nicht hier sein wollte, mitten drinnen. Das Zimmer war direkt über einer Disco, was soll’s, es war eindeutig nicht mein Tag.

Um 13:00 ging es dann endlich weiter. 2. Klasse, 8 Stunden nach Chumphon. Das Ticket für Transfer und Fähre hatte ich bereits im Vorfeld besorgt (was sich dann sogar als Hinderniss herausstellen sollte). Am Bahnhof erklärte man uns dann, dass alle Fähren wegen Niedrigwasser bereits um 18:00 abgefahren waren, wir aber für kleines Geld in einem Guesthouse schlaffen könnten. Anfangs waren wir skeptisch und rochen eine Touristenfalle, aber nach einem Gespräch mit einem Amerikaner, der vorhin von Ko Tao gekommen war, bestätigten die Version der Beamtin am Bahnhof.

Wir blieben also alle über Nacht und waren froh, als wir um 07:00 Uhr endlich auf die Fähre konnten

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