Ankor Wat

Wenn ihr euch fragen solltet, warum nichts Neues im Blog stand, oder wo ich überhaupt war dann sag ich nur: Ankor Wat

Von Bangkok sind es 6 Stunden mit dem Zug an die Grenze nach Aranyaprathet. Dort heißt es dann, sich durch eine Menge von Tuk-Tuk Fahrern und „Helfern“ zu bahnen, deren einziges Ziel es ist, möglichst viel Geld aus dir herauszubekommen. Zum Glück hatte ich schon im Zug (3 Klasse – voll mit Einheimischen und ein paar abenteuerlustigen Backpackern) Christopher aus Deutschland, Tal aus Israel und 2 Österreicherinnen getroffen, mit denen der Grenzübergang zum Kinderspiel wurde, auch wenn es sehr, sehr lange dauert.

Hat man dann die kambodschanische Grenzstadt Poipet erreicht, will man eigentlich nur schnell weiter: staubige Straßen und dutzende Casinos (in Thailand ist das Glücksspiel ja verboten) prägen das Stadtbild.

Für 10$ geht es dann nach Siem Reap. Auf dem Weg dorthin erwartete ich mir trostloste Armut und staubige Holperstraßen. Doch nichts Dergleichen. Reisfelder soweit das Auge reicht.

In Siem Reap war es nicht anders: der Tourismus hat aus der Stadt eine Art Disneyland gemacht, welches absolut nichts mit dem Kambodschs zu tun hat, welches vermutlich hinter den Stadtgrenzen in Armut versinkt.

Letztlich nur noch zu 3. suchten wir eine Unterkunft und waren bereit für den nächsten Tag. Noch ein kleiner lustiger Fakt am Rande: die Landeswährung ist der Riel, aber alles wird in US-Dollar abgewickelt. Nur wenn man z.B. 1.5$ zurückbekommt, bekommt man eine 1$-Note und den Rest in Riel. Ein verrücktes System.

Ein 40$-Ticket für 3 Tage und ein Fahrrad für 1$ später waren wir dann auch schon in den Ruinen von Ankor Wat. Ich hätte ehrlich gesagt einen einsamen Ort erwartet, der von ein paar Backpackern erkundet wird, aber Ankor hat es zur Weltattraktion geschafft: Reisegruppen, Eltern mit kleinen Kindern, Pensionistenvereine. Das alles in einem Land, das bis vor 20 Jahren von jeder Reisekarte verschwunden gewesen ist, und noch heute zu einem der am stärksten verminten und ärmsten Länder der Welt zählt.

Wie soll ich Ankor am besten beschreiben? Vermutlich ist es einer der Orte auf der Welt, an denen man sich am ehesten wie Indianer Jones fühlt. Vor allem auf dem Fahrrad durch die uralten Ruinen zu fahren hat (trotz der an manchen Stellen vorherrschenden Touristenscharen) etwas Abenteuerliches.

Am 2. Tag haben wir uns dann doch für eines der Tuk-Tuks entschieden, um die Anlagen außerhalb Ankors zu erkunden. Und siehe da: kaum verlässt man die ausgetretenen Pfade und fährt zu den „Geheimtipps“ findet man nur mehr kaum andere Touristen, dafür kann man auf denm Weg dorthin an manchen Stellen das Elend Kambodschas erahnen.

Den Abend verbrachten wir noch zusammen mit ein paar anderen Backpackern im „Ankor What?“ (ja, alles hier in Kamboddcha dreht sich um die Ruinen im Dschungel).

Da Tal uns am nächsten Morgen verlassen würde, beschlossen Christopher und ich, noch zum Sonnenaufgang nach Ankor zu fahren. Da es Ausländern verboten ist, in Kambodscha selbst zu fahren, versuchten wir zuerst jemanden zu finden, der uns für ein paar Dollar sein Mopet leihen würde (alles unter der Hand versteht sich).

Da aber keiner einwilligen wollte, boten wir dem Nachtwächter von Gegenüber 8$ für 2 Stunden an, der sofort einschlug. Dass das Gebäude dabei unbewacht bliebt, interessierte hier keinen.

Der Sonnenaufgang war unglaublich, und wir konnten ihn beinahe allein genießen. Um 09:00 ging es dann zurück zur Grenze, wo sich dann auch unser beider Wege trennten.

Um Christopher an dieser Stelle zitieren zu dürfen: „wir haben Ankor gesehen, nicht Kambodscha“ – Ja, da hat er wohl recht, aber das bedeutet auch, dass ich früher oder später zurückkehren werde.

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